Verlag Der Schelm

Fuchs, Eduard: Die Juden in der Karikatur

Artikel-Nr. 2017

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Beschreibung

Eduard Fuchs: Die Juden in der Karikatur

Faksimile (in leicht lesbarer Antiquaschrift) der 1921 im Verlag Albert Langen, München, erschienenen Ausgabe.

Antiquarisch nicht erhältlich!

Der marxistische Autor schreibt auf S. 70:

„Mit den vorstehenden Ausführungen ist in großen Zügen die von mir aufgestellte Behauptung über den ungeheuren Anteil der Juden an dem Aufbau der kapitalistischen Wirtschaftsweise wohl ausreichend belegt. Dieser Anteil ist, wie man sieht, vom ersten Tage an ununterbrochen inspirativ gewesen und dauernd neu organisierend. Der Anteil der Juden an der kapitalistischen Wirtschaftsweise könnte nicht größer gewesen sein, und ich wage wiederholt zu sagen, womit ich diesen Abschnitt einleitete: ohne Juden gäbe es keinen Kapitalismus.“


Der Kulturwissenschaftler Eduard Fuchs (1870-1940) stellt in diesem Band eine umfangreiche Sammlung von Karikaturen über Juden und das Judentum vom 15. bis ins 19. Jahrhundert zusammen.

Nach einer Einleitung in die Geschichte der Juden in Europa und ihren Anteil an der europäischen Kultur erläutert Fuchs zudem Wesen und Bedeutung der Karikatur im allgemeinen und der Judenkarikatur im besonderen.

Dabei enthüllt er auf der Grundlage seiner historischen Untersuchungen die geschichtlichen Zusammenhänge des Antisemitismus und deckt Gesetzmäßigkeiten auf, die besonders vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges Auswirkungen auf die Entstehung von Karikaturen haben.

Zum Autor:

Eduard Fuchs (* 31. Januar 1870 in Göppingen; † 26. Januar 1940 in Paris) war ein marxistischer Kulturwissenschaftler, Historiker, Schriftsteller und Kunstsammler.

Er wuchs als Sohn eines kleinen Kaufmanns auf, trat 1886 in die damals verbotene Sozialistische Arbeiterpartei (die Vorgängerorganisation der SPD) ein und wirkte als führendes Mitglied im radikalsozialistischen Liederverein „Carmina“.

Für ein Flugblatt, das er im Januar 1888 herausgab und worin er Kaiser Wilhelm I. als „preußischen Massenmörder“ bezeichnete, wurde er zu fünf Monaten Haft verurteilt. Fuchs war 1888 Gründungsmitglied des Vereins der Handlungsgehilfen in Stuttgart. Wegen seiner politischen Tätigkeit wurde er von einem Spitzel denunziert, was fünf Monate Haft wegen Verbreitung verbotener sozialistischer Schriften zur Folge hatte. Fuchs fand im August 1890 zunächst als Anzeigenleiter, dann als Redakteur bei der sozialdemokratischen „Münchener Post“ Anstellung. Im April 1892 gestaltete er die 1.-Mai-Ausgabe der satirischen Zeitschrift „Süddeutscher Postillon“.

Seine politischen Äußerungen als Redakteur brachten ihm eine Reihe von Anklagen ein: 1894 wegen „Aufreizung zu Gewalttätigkeiten“, 1897 wegen des Gedichts „Enthüllungen“ (sechs Monate Haft), 1898 wegen Majestätsbeleidigung in Nürnberg (zehn Monate Haft). Fuchs verfaßte in dieser Zeit sein Buch „Karikatur der europäischen Völker“. Fünf Tage Haft erhielt er, weil er einen Wirt geohrfeigt hatte, der sozialdemokratische Plakate abriß.

1901 erfolgte sein Umzug nach Berlin, wo er als Redakteur bei der Zeitung „Vorwärts“ seine Tätigkeit weiterführte. Für den Verlag gab er mehrere illustrierte Festnummern zum 1. Mai, zum Sozialistengesetz, zum 8. März und zu Ostern heraus. In parteiinternen satirischen Zeitschriften kritisierte er den Revisionismus von Bernstein und David.

Ernst Kreowski und Eduard Fuchs gaben 1907 einen Band mit Karikaturen über Richard Wagner heraus.

Von 1904 bis 1923 verfaßte er mehrere Werke zur Kulturgeschichte:

*Die Karikatur der europäischen Völker. München, 1904
*Die Frau in der Karikatur, 1905
*Geschichte der erotischen Kunst, 3 Bände, 1908 bis 1923
*Sittengeschichte, 6 Bände, 1902 bis 1912. Das Werk brachte ihm den Beinamen „Sittenfuchs“ ein.
*Der Weltkrieg in der Karikatur, 1916
*Die Juden in der Karikatur, 1921

In mehreren Kunstbänden gab Fuchs Werke der Graphiker Honoré Daumier und Paul Gavarni sowie anderer „Großer Meister der Erotik“ heraus.

1913 wurde er Vorstandsmitglied im Deutschen Hilfsverein für die politischen Gefangenen und Verbannten Rußlands, in dem auch Karl Liebknecht mitarbeitete. Vom 11. Februar bis 3. Mai 1914 reiste er zusammen mit dem Künstler Max Slevogt nach Ägypten. Als Gegner der sozialdemokratischen Burgfriedenspolitik brach er mit der SPD. Im Sommer 1917 verhandelte er mit den Bolschewiki in Stockholm. 1918 war er Gründungsmitglied des Spartakusbundes. Durch einen Brief Rosa Luxemburgs legitimiert, führte er mit Lenin Gespräche über die Gründung der III.Internationale. 1919 war Fuchs Gründungsmitglied der KPD. Es verband ihn eine enge Freundschaft zu Franz Mehring (nach Mehrings Tod war er sein Nachlaßverwalter) und August Thalheimer. Im Juni 1923 war Fuchs Gründungsmitglied der Gesellschaft der Freunde des neuen Rußland und beteiligte sich im August 1925 an der Aktion „Hände weg von China“ der Internationalen Arbeiterhilfe. Im März 1926 wirkte er mit an einem Aufruf von Intellektuellen für eine Enteignung der Fürsten. 1927 war er im Kuratorium für die Kinderheime der „Roten „Hilfe und protestierte gegen die Zerstörung der Heinrich Vogeler-Fresken im Barkenhoff.

1927/28 setzte sich Fuchs dafür ein, daß Heinrich Brandler und andere KPD-Funktionäre, die KPD-intern als „Rechte“ galten, wieder in die Parteiführung aufgenommen werden sollten. Als das scheiterte, brach seine Freundschaft mit Wilhelm Pieck. Am 22. Mai 1928 forderte er in einem Brief an den Komintern-Führer Bucharin, er solle seinen Einfluß gegen die schädliche Politik der KPD geltend zu machen und mahnte: „Sobald Fehler nicht mehr rein theoretisch bleiben, sondern sich in der unmittelbaren Praxis auswirken, dauert es immer Monate, ja mit unter sogar Jahre, bis die Arbeiter wieder neues Vertrauen gewonnen haben…“

Er setzte sich auch für Jacob Walcher ein: „Als Gewerkschafter überragt Walcher überhaupt alle um mehr als Haupteslänge.“ 1928 trat er aus der KPD aus und schloß sich 1929 der Kommunistischen Partei-Opposition (KPO) an, die er mit einem regelmäßigen Monatsbeitrag von 250 bis 500 Reichsmark unterstützte. 1929 gab er die gesammelten Werke von Franz Mehring heraus. Als Mitarbeiter gewann er Leo Borochowicz und August Thalheimer, von denen er überzeugt war, „daß sie jeden Grad von Selbständigkeit im Denken … gegenüber der großen Idee des Sozialismus besitzen, wie ihn Franz Mehring von sich selbst forderte“.

1933, nach der nationalsozialistischen Machterlangung, floh Fuchs nach Frankreich. Seine Kunstsammlung, die vor allem viele impressionistische Werke (Max Liebermann, Max Slevogt) sowie Gemälde, Zeichnungen und nahezu sämtliche Lithographien von Honoré Daumier enthielt, seine Villa und seine einmalige Graphiksammlung wurden von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und in drei Auktionen bei Rudolph Lepke in Berlin und einer weiteren bei C.G. Boerner in Leipzig versteigert. Im Pariser Exil unterstützte er seine Freunde der KPO; dort war Fuchs u. a. mit Walter Benjamin befreundet. Im Sommer 1939 orientierte er sich zur KPO-Minderheitsrichtung. Fuchs starb am 26. Januar 1940 in Folge einer Angina Pectoris und wurde am 29. Januar 1940 auf dem Friedhof Père Lachaise beerdigt, wo auch die Pariser Kommunarden und der Künstler Honoré Daumier ruhen.

Bibliographische Daten:

386 Seiten, mit 307 Textillustrationen und 31 Beilagen, Format: DIN A 5, Festeinband, Fadenheftung. Durchgehend gedruckt auf 110 g/gm matt gestrichenem Bilderdruckpapier, glanzfolienkaschierter Einbandüberzug.

ISBN 978-3-947190-11-9

€ 32,--

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